Sant’Anna Arresi – Porto Pino
Nun müssen wir langsam einen Rutsch gegen Süden karren, sonst reicht es nicht rundumen. Wobei verlängern wäre natürlich durchaus eine vernünftige Option.
Die Fahrt ist einmal mehr typisch sardisch: Es rumpelt, wackelt und schüttlet, dass sogar die Weingläser Tango tanzen. Das Ziel heisst Porto Pino, bekannt für seine traumhaften Strände und Dünen. Der Ort erinnert eher an die Karibik als an Italien.
Wir wollen den Agricamping Il Ruscello anfahren. Das Navi beweist erneut seinen Abenteuergeist und führt uns durch einen haarsträubend engen Feldweg. Warum einfach wenn es auch kompliziert geht? Aussen herum hätte eine gäbige breite Strasse gewartet. Die Technik bleibt mir eben ein Rätsel, oder Frau versteht sie einfach nicht. Zuhause muss Mann Kratzer aus Seitenwand raus polieren.
Ankommen ist dafür äusserst unkompliziert. Hinstellen, der Besitzer taucht irgendwann auf und merkt sich die Autonummer, fertig. Auf den kleineren Stellplätzen scheint dies hier völlig normal zu sein. Genau unser Stil.
Natürlich werden nach dem Camperaufbau sofort die Drahtesel gesattelt. Mission Nummer eins: Flamingos finden. Tatsächlich sichten wir sie in den Feuchtgebieten und sie lassen sich bei der Futtersuche beobachten. Die sind deutlich fotogener als wir nach der Fahrt auf den letzten steinigen Feldwegen.
Die Strände sind tatsächlich so schön wie geschrieben. Nächster Punkt: Grotta dei Baci. Die Höhle allerdings nur vom Meer aus sichtbar. Also kraxeln wir oben herum und entdecken stattdessen eine spezielle kleine Bucht. Der Abstieg ist…. sportlich. Meine Flipflops bleiben wohl besser oben. Mann verfolgt die Aktion mit Verzweiflung oder wohl eher mit Sorge.
Am nächsten Tag gibt es eine Velorunde durch Sant’Anna Arresi und die umliegende Landschaft. Plötzlich entdeckt Marc einen alten Rebstock. Zack – ich habe ihn bereits ans Velo gebunden um den Meterlangen Ast nach Hause zu karren. Ich habe nämlich schon eine Dekoidee 😍
Am Nachmittag lockt nun das türkisblaue Meer. Leider zeigt der Wind, das himmlische Kind, wer hier das Sagen hat und macht aus unserem entspannten Badenachmittag eine Sandstrahlanlage. Wir packen wieder zusammen. Bei den sommerlichen Temperaturen ist das die natürliche Klimaanlage und gar nicht mal so schlecht 😊