On Tour

Tiefenentspannte Anreise und Supermarkt-Gefahr

Bei strahlendem Sonnenschein rollten wir entspannt Richtung Vänern. Die Strecke? So schnurgerade und ruhig, dass mir vor lauter gleichem Trott fast die Augen zufielen. Kein Verkehr, keine Kurven – Schweden gleiten pur, nennt man das wohl.

Unterwegs stellte sich uns allerdings eine ganz essentielle Frage: Wo kauft man in Schweden eigentlich ganz normale Alltagssachen ein? Wir benötigen Shampoo und so Zeugs. Auf dem Wochenmarkt oder in Butiken findet man dies nicht. Wir mussten uns erst mal schlau machen wie diese Supermärkte hier heissen. Google sei Dank.

Kurz vor dem Vänern wurden wir fündig. Und wie das so ist, wenn wir fremde Supermärkte besuchen, ufert es meistens aus. Ich meine zeitlich. Aus „schnell ein paar Sachen holen“ wurde natürlich ein ausgiebiger Erkundungsgang. Haach, die vielen spannenden, neuen Lebensmittel, da muss natürlich jedes Regal inspiziert und alles ganz genau unter die Lupe genommen werden. Frau hat sich aber ganz gut beherrschen können, wir packten wirklich nur das gewollte in das Wägeli, also fast..

Nachdem die Beute im Dethleffs verstaut war, ging es endlich zum Vänern, eine Empfehlung von echten Norden-Kennern. Spezialtipp: Unbedingt einen Seeplatz nehmen. Der Platz wird übrigens von Bündern geführt.

Wir hatten ein Sauglück und schnappten uns den vordersten Platz direkt am See mit eigener Holzterrasse. Absolut traumhaft. Der Sonnenuntergang kann kommen.

Kaum stand das Wohnmobil, schnappten wir uns die Drahtesel. Auf nach Sjötorp und von dort gemütlich dem berühmten Göte-Kanal entlang, vorbei an den vielen Schleusen. Die Sonne schien zwar immer noch, aber der Wind blies auch ganz ordentlich durch die Geschwindigkeit vom pedalen, um die Ohren. In kurzen Hosen auf dem Sattel wurde langsam ..hmmm….erfrischend.

Auf dem Rückweg wollten wir uns im Dörfchen eigentlich mit einem gemütlichen Kaffee belohnen. Tja falsch gedacht! Alles Tod, ausgestorben, Ende Gelände, Saison vorbei.

Jä nu, dann halt zurück auf unsere Terrasse. Und ehrlich gesagt, bei dieser Aussicht und der warmen Abendsonne braucht doch kein Mensch einen Kaffee – da schmeckt der Walliser Wein doppelt so gut. Apropo Sonnenuntergang, der kam schon; Aber die vermaledeite Wolke versperrte das Ganze. Aber halt, wir haben morgen ja noch einmal einen Versuch.