On Tour

Von Sporteinlagen beim Wetter-Pingpong, Hexenjagd in den Dünen und dem grossen Hotpot-Finale (Falsterbo-Tullesbo Sätesgard)

Die Temperaturen im Süden waren ein Müh wärmer, aber das schwedische Wetter Ping-Pong macht auch in Falsterbo nicht halt. Draussen an der Sonne sitzen, wegen Regenguss ins Womo hüpfen, kurz darauf wieder raus… Pfff, tägliche Sporteinlage definitiv inklusive.

Bei richtig schönen Wetter schwangen wir uns auf den Drahtesel, um die Halbinsel zu erkunden. Mit dem Plan gegen Malmö zu strampeln. Der Stramme Wind hatte da aber ein Wörtchen mitzureden und blies uns derart entgegen, dass wir nach einer weile beschlossen: Nö nicht mit uns, einmal das ganze retour bitte. Als Belohnung gab es erst einmal leckeren geräucherten Lachs (das können sie hervorragend hier), bevor wir uns auf den Weg an den Strand machten. Der Pfad führte durch malerische Heidedünen. Der eigentliche Strand hingegen? Na ja. Berge von Algen und im Vergleich zu den Highlights der letzten Wochen eher Kategorie „Haben wir bereits schöneres gesehen“.!

Dafür wartet auf dem Rückweg eine echte Überraschung auf uns. Ein Zufallsfund am Wegesrand. Beim genauen hinschauen entpuppten sich die vermuteten Maronen- und Steinpilz-Kandidaten als prächtige Birkenpilze. Kein Wunder die Dünen sind schliesslich voll mit kleinen Birken. Drei Stück wanderten grad in unsere Tasche mit dem Spontanentschluss: Morgen Vormittag geht’s auf Pilzsammeltour.

Nach einem fantastischen Frühstück mit Spiegelei und Speck (grosses Dankeschön an den Chefkoch) ging die Jagd los. Ich stürzte mich voll in die Heide und nach kurzer Zeit war die Tasche prall gefüllt. Mein Mann nannte mich „Spürhund“, aber ich sage, dass ist reine Vererbung, das Pilz-Gen hat mir Paps direkt in die Wiege gelegt.

Ausgesehen habe ich allerdings wie die Knusperhexe aus dem Grimm-Märchen. Komplett gebückt, Nase platt am Boden, Haare zerzaust wie Einstein. Sonst findest du ja auch nichts, gopferdori? Die Birken sind zudem auch schampar klein. Mit der Ausbeute im Gepäck ging es später, mit gepacktem Womo, Richtung Pferdehof. Hier stehen wir vollkommen alleine, haben eine tolle Aussenküche ein lauschiges Plätzchen zum verweilen und das absolute Highlight einen Hotpot mit grandioser Aussicht.

Eigentlich wollten wir am Nachmittag noch eine Radeltour unternehmen, die Gegend wäre schampar schön dafür, aber irgend ein Lappi hat den Windschalter aufs Maximum gedreht. Damit es uns nicht in den Graben schmeisst lassen wir also das Velölen leider Gottes sein.

Gibt schlimmeres, stattdessen freuen wir uns auf den warmen Hotpot mit Sonnenuntergang, bevor es morgen Richtung Fähre nach Deutschland geht.

Der Hotpot wurde bis tief in die Nacht benutzt, also bis wir schwammige Finger und Füsse hatten. Beim relaxen im Pot und gen Himmel schauen, haben wir den den Grossen -und den kleinen Wagen entdeckt. Der Sternenhimmel ohne viel Lichtverschmutzung hier, ist grandios. Das war mal eine richtige Entspannung und ein gelungener Schwedenabschluss.