Von schwedischem Wein-Frust und der Sonne im Klippen-Paradies (Kullaberg)
Es weinte wieder einmal aus Kübeln, herrgottnochmal, was für ein Desaster. So ging es für uns spontan nach Kullaberg. Eigentlich wollten wir auf dem Weg ein lokales Weingut anfahren. Wir kaufen supergerne regional ein. Aber Schweden macht einem das mit den Weingütern echt nicht grade leicht. Öffnungszeiten nur auf Anmeldung und ab September meistens zu wegen der Traubenlese. Dazu kommt: Bei unserem bisher einzigen Restaurantbesuch hatten wir einen schwedischen Wein probiert und das Fazit: Na ja, sagen wir mal sosolala. Dementsprechend hielt sich unsere Motivation, uns für eine Degustation durchzutelefonieren arg in Grenzen.
Nur, so ohne Apérowein in der Womo-Garage, gehts natürlich auch nicht. Nächste Hürde: Im normalen Supermarkt kriegste nur bis 3.5% Alkohol. Nichts mit feinem Tröpfchen. Für echten Wein muss man in den mystischen Systembolaget – die staatliche Alkohol-Apotheke, die gefühlt spärlicher verteilt sind als Tankstellen in der Pampa.
Zum Glück lag einer auf der Strecke nach Kullaberg. Während Mann in einer Seitenstrasse parkten durfte – ich habe ihn eiskalt zum Chauffeur verdonnert, weil Frau auch einmal auf dem Beifahrersitz rumlümmeln wollte, montierte ich die volle Regenmontur. Ab in den Laden und siehe da, der ist top ausgestattet und die Preise überhaupt nicht übertrieben. Zurück im Womo sah ich aus wie ein begossener Pudel, aber der Wein war sicher in der Garage verstaut. Prioritäten gesetzt.
Auf dem Weg zum Kullaberg meinte es der Wettergott gut mit uns. Der Himmel hellte auf und wir konnten die spektakuläre Klippenwanderung voll geniessen. Werder Schweinswale noch Robben hüpften jedoch vor unsere Kamera, aber die Aussicht war der Hammer.
Danach gings ins schmucke Hafendorf Mölle. Unten am Hafen entdecken wir ein fantastisches Restaurant, das genau nach meinem Gusto eingerichtet war: Voller Deko, maritimem Seemannsgerümpel und urigen Antiquitäten – ich liebe so Zeugs einfach. Mann murmelte etwas von öppen genug Fotos oder so…. Das Essen absolut empfehlenswert.
Nach einem kurzen Abstecher durch das Enge aber hübsche (völlig ausgestorbene) Arild, machten wir noch einen Stopp bei der Fishkökeri in Höganäs für frischen und geräucherten Fisch. Der eigentlich ausgesuchte Campingplatz gefiel uns bereits von aussen aber so gar nicht. Wisst ihr was? Wir düsen nun einfach direkt runter gen Süden dem hoffentlich beständigerem Wetter entgegen.
Morgen schwingen wir uns dort auf die Räder, habe bereits ein bisschen nachgeschaut, habe ja Zeit auf dem Copilot-Sitz – mal schauen was der Süden bringt.